Rückblick RAA Challenge 2017 – Teil 2

„Große Werke werden nicht durch Stärke sondern durch Beharrlichkeit vollbracht.“ 
Samuel Johnson

Und genau das werden wir jetzt tun – beharrlich weiter trainieren, tüfteln und verbessern! 😉

Am Tag 2 nach dem Rennen geht’s mir den Umständen entsprechend schon wieder sehr gut. Die Muskelschmerzen sind bereits abgeklungen und auch die Knieschmerzen sind kaum mehr merkbar. Daher fällt es mir bereits schwer, die Woche Ruhe, die ich mir dick in meinen Trainingsplan eingetragen habe, auch tatsächlich einzuhalten. :-p

Aber wo waren wir gestern stehen geblieben?

Richtig! Beim Start der RAA Challenge 2017…

RAA Challenge 2017 03So sehr ich auch vor dem Start von Nervosität geplagt war, war diese auch schon nach den ersten Kilometern auf dem Rad verschwunden. Ich war voller Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer und ich fühlte mich richtig gut!
Die ersten 106 Kilometer gingen mit einem guten 26 km/h Schnitt super voran und es war immer wieder ein Spaß mit überholenden befreundeten Fahrern und deren Betreuern. Diese eigene kleine „Ultracycling-Family“, die sich gegenseitig unterstützt, gemeinsam Spaß hat und anfeuert – das war für mich das Tüpfelchen auf dem „i“ bei diesem Rennen.
Zwischendurch wurde sogar meiner kleinen Schwester ein Geburtstagsständchen geträllert und ich wurde alle 50 km mit einem Leckerli belohnt. 😉

Nach etwa 6 Stunden im Sattel machten sich allerdings dann die ersten Probleme bemerkbar. Ich hatte mit Verstopfung und dementsprechenden Bauchschmerzen zu kämpfen. Das Essen und Trinken war ein großes Thema – sogar Hühnersuppe stand zwischendurch am Programm. In diesem Bereich müssen wir uns aber unbedingt noch etwas einfallen lassen, um diese Probleme (die auch in Kaindorf beim 24er aufgetaucht sind) in den Griff zu bekommen.
Das einzig beruhigende dabei ist – ich bin bei Gott nicht die einzige, die mit dem Thema ESSEN kämpft…

Ein richtiger Alptraum für mich war allerdings das Gewitter, in das wir hineinfuhren. Leider bin ich ein richtiger kleiner Hosenscheißer was Gewitter betrifft und ich hab mich im strömenden Regen, umgeben von Blitzen alles andere als wohl gefühlt. (Merke: Petrus das nächste Mal ein Email schicken und ihn um bessere Wetterbedingungen bitten!)

Ab zwei Uhr nachts kam dann noch eine Pause hinzu wegen einer schmerzenden rechten Hüfte. Außerdem wurden die Knieschmerzen – diesmal in beiden Knien immer schlimmer. Die Pause war auch dringend notwendig, da ich trotz Regenkleidung bis auf die Haut durchnässt war.
Zwischendurch wurde ich bei Anstiegen mit Quizfragen beschäftigt oder ich habe den Jungs einen Geschichte Unterricht über Funk erteilt (Gott sei Dank kann man über Funk das gelangweilte Gähnen nicht sehen! *haha*). Für eine Zeit lang habe ich so die permanenten Schmerzen auch gut im Griff gehabt.

Diese Knieschmerzen waren dann leider aber der Grund, der uns zur Aufgabe des Rennens bewogen haben. Der lange Anstieg auf den Hengstpass stand bevor und ich konnte auf der Ebene mit kaum mehr als 10 km/h dahinpedalieren. Gebraucht hätte ich bis zur zweiten Karzenzzeit in Windischgarsten aber einen 25 km/h Schnitt. 😦 Das klang für mich zunehmend nach einer „Mission Impossible“ und ich sah für mich keinen Sinn mehr solche Schmerzen zu ertragen, ohne Aussicht auf Erfolg.

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Wenn man müde genug ist, tut’s auch die unbequemste Bank für einen Powernap! 😉

Fazit: So ein Rennen zu bestreiten ohne 100 %ig fit zu sein, macht ein Finishen nur sehr schwer möglich. Natürlich hätte ich aufgrund der Knieprobleme (nach meinem Kreuzbandriss vor ein paar Wochen) auch von vorneherein den Start absagen können. Schließlich hatte ich beim 24 Stunden Rennen in Kaindorf dieselben Probleme.
Aber ich hätte mich  garantiert mein Leben lang gefragt, ob es nicht doch möglich gewesen wäre! 😉

Ein dickes Lob an dieser Stelle an mein ganzes TEAM! Sie haben unermüdlich versucht, noch das Unmögliche möglich zu machen.
Sie haben perfekt navigiert – wir sind uns nie verfahren und haben auch keine Zeitstrafe für Regelverstösse kassiert.
Viele Dinge sind bereits sehr gut gelaufen, so manches schreit nach Verbesserung und nur sehr wenig hat noch gar nicht funktioniert.
Ich bin mir sicher, beim nächsten Anlauf sieht es schon ganz anders aus und ich freue mich drauf mit dieser tollen Crew 2018 endlich auch ein Finisher Foto machen zu dürfen!

Sehr gefreut habe ich mich über den überraschenden Besuch meiner Schwestern samt Nichten und Neffen und meinen Jungs, die mich im Hotel besucht haben!!! Das Plakat hat bereits einen Ehrenplatz vor meiner Bibliothek 😉

Danke auch an alle die uns über Facebook oder WhatsApp angefeuert und motiviert haben!
Herzliche Gratulation an alle Finisher des Rennens!

St. Georgen – wir sehen uns 2018 wieder!

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