Double Ultra Triathlon Bad Radkersburg 2026 – Sein oder nicht sein ;)

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“ – Henry Ford

Als nicht der geborene Ultra-Athlet habe ich mich dennoch am vergangenen Wochenende an die Challenge meines Lebens gewagt und bin in Bad Radkersburg beim Double Ultra Triathlon gestartet.
https://ultratriathlon.at/
Für alle in Zahlen gegossen – 7,6 km Swim – 360 km Bike und 84 km Run.

Seit eineinhalb Jahren habe ich mich so gut es mir möglich war darauf vorbereitet. Die Vorbereitung war mit Sicherheit nicht optimal, aber wie man ja weiß, nutzt der beste Plan nichts, wenn dann das Leben anderes im Sinn hat. 😉 Gerade zu Beginn dieses Jahres war es eine fürchterliche Gradwanderung, Training, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Trotzdem bin ich mit einem guten Gefühl nach Bad Radkersburg gereist und war guter Dinge, dass ich die Challenge annehmen kann.
Vor allem, weil ich ein absolutes Dreamteam an Betreuern an meiner Seite hatte, auf das ich zählen konnte und mit denen es mir eine Ehre war, diesen Bewerb gemeinsam in Angriff zu nehmen! ♥

Aber es sollte anders kommen…

Kurzfassung zu Beginn: Das Ziel – meine erste IUTA Finisher Medaille – habe ich nicht erreicht, denn nach 16 km bin ich in der letzten Disziplin (beim Laufen) gescheitert. Obwohl, gescheitert ist ein hartes Wort. Sagen wir es anders… ich habe den Bewerb beendet, weil ich mich zu diesem Zeitpunkt gesundheitlich und mental nicht mehr in der Lage sah, noch 68 km in der Hitze weiterzumachen. Und ich bin mir auch heute, ein paar Tage später, noch sicher, dass es absolut die richtige Entscheidung war!

Doch was war bis dahin passiert?

Swim – 152 Längen im 50 Meter Becken in der Parktherme Bad Radkersburg

Ich habe in diesem Trainingsjahr so viele Schwimmkilometer wie noch nie im meinem Leben absolviert und es hat sich definitv bezahlt gemacht! 🙂
Allerdings war die Wassertemperatur mit 26,3 Grad über 3 Stunden auch mit meinem ärmellosen Neo absolut grenzwertig. Trotzdem hatte ich zumindest während des Schwimmens keinerlei Probleme.
Ganz im Gegenteil! Ich bin absolut zufrieden mit meiner Leistung, da ich mit 3 h 13 min fast zwei Minuten unter meiner anvisierten Zielzeit war und sogar als zweitbeste Frau aus dem Wasser gestiegen bin. In Summe habe ich vier meiner persönlichen Bestzeiten verbessert *jippiiii* Ich würde meinen, ich bin damit vom Schwimmer Kindergarten in die Volksschule upgegraded *hahaha*

Nach dem Schwimmen hat es allerdings angefangen dumm zu laufen… 😦 Leichte Kreislaufprobleme nach dem Aufrichten aus der langen horizontalen Wasserlage sind ja normal. Aber es ist leider nicht dabei geblieben und ich musste plötzlich erbrechen und hab mir wortwörtlich „die Seele aus dem Leib gekotzt“. Lustigerweise ging es mir danach aber wesentlich besser und ich bin recht guter Dinge auf das Rad gestiegen.

Bike – 34 flache Runden auf einem 10,6 km Rundkurs



Die ersten rund 200 km sind gut gelaufen und ich konnte meinen anvisierten 25er Schnitt gut halten. Ich hatte zwar Probleme mit einem verspannten Nacken und einem verspannten oberen Rücken, aber das konnte ich relativ gut ausblenden. Aber die letzten 120 km waren eine Qual, da meine Beine (vor allem die Oberschenkel) nicht mehr so recht kooperieren wollten und ich Krämpfe bekam. Etwas, das ich eigentlich überhaupt nicht kenne. Krämpfe hatte ich nie und nimma auf meiner „Mögliche-Probleme-Liste“, die ich mir zurecht gelegt hatte. 😦
Meine Physios haben alles versucht, es mir so erträglich wie nur möglich zu machen, aber der Schnitt ist immer weiter gefallen und am Ende habe ich fast zwei Stunden damit „vertrödelt“ mit Behandlungen fahrtüchtig zu bleiben und dazu kamen noch ein paar andere kleinere Probleme mit dem Licht in der Nacht.
Trotzdem habe ich die 360 km in einer Zeit von insgesamt 17 h 54 min absolviert (etwa 16 h reine Fahrzeit).

40 Runden auf einem 2,1 km Rundkurs wären es gewesen

Meine Hoffnung war, dass sich die Änderung der Bewegung von Rad auf Laufen positiv auf meine Beinmuskeln auswirkt, aber diese Hoffnung wurde bald zerstört. Im Gegenteil, es wurde schlimmer… Und dann kam noch die Hitze dazu. Obwohl ich in den letzten Wochen viel in der Hitze trainiert und ich das gut vertragen hatte, war das an diesem Tag ganz anders. Was mich ebenso eiskalt erwischt hatte, war der Umstand, dass ich gegen Ende mit Panik zu kämpfen hatte, weil ich mit dem Kontrollverlust über meinen Körper nicht umgehen konnte. Auch mein Kreislauf hat sich wieder gemeldet und die Summe dieser ganzen Umstände hat mich schlussendlich in die Knie gezwungen… Nach einigen Minuten heulend auf der Wiese im Schatten liegend wurde der Entschluss gefasst – over and out!
Somit bin ich Bernhard den Finisher Walzer schuldig geblieben… 😉

Vielen lieben Dank für die vielen aufmunternden Worte von alle Seiten!

Der Satz, der mich am meisten berührt hat: Ein DNF (did not finish) ist nicht so schlimm, ein DNS (did not start) schon! 😉
Ich hab es versucht, mich mutig an den Start gestellt, es hat nicht ganz geklappt und trotzdem ziehe ich mit erhobenem Haupte von dannen. Ich bin stolz auf das, was ich bereits erreicht hab und nehme mir sehr viel Positives aus dieser Erfahrung mit. Jetzt, ein paar Tage später wurden die Dellen in der Krone ausgebessert und sie sitzt schon wieder richtig gut! *haha*
Ich weiß, woran ich noch arbeiten muss und freu mich schon auf die nächsten Abenteuer, die so kommen werden. ♥

An dieser Stelle möchte ich mich aus tiefstem Herzen bei meinem Betreuerteam bedanken! ♥♥♥ Jakob, Karin, Barbara, Matthias und Monika. Ihr ward alle einfach nur der Hammer!!! Dasselbe gilt für Claudia, die nichts unversucht gelassen hat mitzuhelfen, wo sie konnte! ♥

Ebenso ein DANKE an alle, die mir aufmunternde Nachrichten und Kommentare hinterlassen haben –
während des Bewerbes, wie auch schon im Vorfeld und danach! ♥
DANKE an jene, die sich auf den Weg nach Bad Radkersburg gemacht haben und vom Streckenrand angefeuert haben! ♥
Dank Karin hab ich eine neue Motivationshymne –https://youtu.be/vjTJh5bULVA?si=LBSOX2nfa-ZAdX5d 😀 „Schritt für Schritt“ – Folkshilfe ♥

DANKE an das Team des Lindenhofs – wir haben uns bei Euch wie immer sehr wohl gefühlt und ich schätze den tollen Service, den ihr immer wieder bietet. https://www.zumlindenhof.at/

DANKE an das Team rund um Andi Wünscher für die Organisation des Events! Allen voran an Bernhard Vogel, der nicht nur die Moderation inne hat, sondern dem Event zusätzlich Leben einhaucht und mich immer wieder mit seinem Elefantengedächtnis und seinen tollen Stories rund um Ultratriathlon aus den Socken haut. Und ja, Bernhard, natürlich hattest du recht, mit dem was du mir am Ende gesagt hast… 😛


Stay tuned! 😀

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